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Innerstädtisches Fachwerk
Braunschweig
in Umsetzung


Die meisten Innenstädte sind heutzutage leider den Erdgeschossnutzungen vorbehalten. Hinter den Fassaden befinden sich Lager oder wie hier: Leerstand. Dieses Objekt aus dem 19. Jahrhundert hat sicherlich schon viele Nutzungen erlebt, aber seit über 10 Jahren steht jedoch ein großer Teil leer. Neben der vorhandenen Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoss sollen zehn Wohnungen sowie eine gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss entstehen. Der Wert des Gebäudes hat neben der grauen Energie auch baukulturelle Bedeutung. So bildet das Vorderhaus in Fachwerkbauweise mit historistisch umgestalteter Straßenfassade in Massivbauerscheinung und die rückwärtige Hinterhofbebauung - in dieser Form eines der letzten und eindrücklichsten Beispiele in Braunschweig - eine Gruppe von baulichen Anlagen, an dessen Erhaltung wegen seiner geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht. 

Die energetische Sanierung umfasst die statische Ertüchtigung der Holzkonstruktion, Neueindeckung des Daches, die Restaurierung der Fassaden, Austausch durch hochwertige und dem Original nachempfundene Holzfenster. Die bauphysikalische Ertüchtigung der Außenwände zur Aufwertung des Wärmeschutzes erfolgt innenseitig durch eine ökologische und materialgerechte Hanfkalkdämmung.

Die Wohnungen werden behutsam in die historische Bausubstanz integriert. Hierfür müssen die Innenwände brandschutz- und schallschutztechnisch ertüchtigt werden. Wo es die Anforderungen zulassen, werden Bestands-Lehmwände neu mit Lehmputz verputzt und sorgen durch die natürliche Speichermasse und Feuchteregulierung für ein komfortables Wohnklima. Im Rahmen der Umbaumaßnahme stehen insbesondere Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an. Die notwendige Ergänzung der Wohneinheiten durch Nass-/Sanitärzellen sowie kleiner Küchenzeilen erfolgt in Leichtbauweise. Sämtliche Böden werden mit hochwertigem, umweltfreundlichem und langlebigem Linoleum verlegt. Das Gebäude wird über zwei Treppenhäuser erschlossen, wobei das vordere TRH1 denkmalgerecht aufgearbeitet wird. Der Eingangsbereich wird neu organisiert und umfassend modernisiert.

Sofia Ceylan | Katharina Neubauer | Annabelle von Reutern | Emma Wilisch











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